Archive for the 'Film und TV' Category

03
Feb
10

Filme: In The Valley Of Elah (2007)

In The Valley Of Elah poster

Tommy Lee Jones und Charlize Theron

In The Valley Of Elah [imdb] (deutscher Titel: Im Tal von Elah) ist ein deprimierender Film, in dem es um den Irakkrieg geht und darum, wie er die Menschen kaputtmacht. Außerdem geht es nebenbei um die Erwartungen von Eltern an ihre Kinder, um Anerkennung im Beruf und um die Armee generell.

Der Sohn eines älteren Kriegsveteranen, selbst ein Soldat, verschwindet eines Tages aus der Armee. Sein Vater versucht, ihn zu finden und stellt Nachforschungen an. Tommy Lee Jones [imdb] spielt den Veteranen, Charlize Theron [imdb] ist die Polizistin, die ihm später hilft, und Susan Sarandon [imdb] spielt in einer Nebenrolle seine Frau. Auch James Franco [imdb] (aus Freaks and Geeks!) kommt in einer Nebenrolle vor.

Der Regisseur von In The Valley of Elah ist Paul Haggis [imdb], der auch den Film Crash [imdb] gemacht hat (in Deutschland unter dem Namen L.A. Crash bekannt). Crash war meines Erachtens ein guter Film, auch wenn die Aussage des Films viel zu offensichtlich und aufdringlich war. Und auch, wenn das Ende von In The Valley Of Elah für viele ebenfalls etwas zu aufdringlich ist, ist der Film an sich eher subtil. Die Suche nach dem verlorenen Sohn und nach den Hintergründen für sein Verschwinden geht nur langsam voran, wird aber nicht langweilig.

Charlize Theron als Polizistin unter Männern.

Die lieben Kollegen.

Ein großer Pluspunkt des Films sind die realistischen Charaktere und Dialoge. Charlize Theron spielt nicht nur die dumme Dorfpolizistin, die sich vom alten Veteranen belehren lassen muß, sondern sie ist aufgeweckt, denkt mit, kümmert sich um ihren Sohn, kämpft um Anerkennung im Beruf und klaut auch mal Ideen, um besser dazustehen. Ihre gemeinen Kollegen ärgern sie zwar, weil sie sich im Beruf hochgeschlafen hat, sind später aber respektvoller, als sie sehen, daß sie doch mehr drauf hat und das Richtige will. Der Veteran selbst ist nicht nur schlau, souverän und penibel, sondern auch altmodisch und im Umgang mit anderen (Frauen?) manchmal etwas unbeholfen. Auch seine Frau, die in der Nebenrolle wie gesagt von Susan Sarandon gespielt wird, ist dreidimensional und realistisch. Auf seine Nachfrage, ob auf den Schecks des Sohnes wirklich kein Passwort notiert ist, antwortet sie mit starkem Südstaatendialekt: „Which do you think it is, Hank? I’m blind or I just don’t feel like telling you?“ Faszinierend gemacht ist auch, daß einer ihrer emotionalsten Momente gar nicht gezeigt wird – man sieht lediglich die Auswirkungen später im Bild.

All das macht den Film durchaus sehenswert und zu einem zu unrecht viel zu wenig beachteten Film. Wenigstens hat er es bei Rotten Tomatoes auf eine solide Wertung von 72% gebracht.

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02
Feb
10

Serien: Web Therapy (2008)

Lisa Kudrow in Web Therapy

Lisa Kudrow in Web Therapy

Web Therapy ist Lisa Kudrows Serie im Internetz (unter lstudio.com), in der sie eine herrlich unfreundliche und stets auf ihren eigenen Vorteil bedachte Therapeutin spielt. Die ersten drei Folgen waren eher langweilig, aber weil ich mich so darüber amüsiert habe, wie sie „Web Therapy“ sagt, habe ich weitergeschaut. Die Episoden dauern um die 4 Minuten und ich habe sie inzwischen alle angesehen. In Folge 22-24 tritt auch mal Courtney Cox auf (und macht natürlich gleich ein paar Anspielungen auf Friends, in denen ja beide mitgespielt haben).

Am lustigsten fand ich die Folge Sibling Ribaldry, als Fiona Wallice sich aufregt: „Forgive me, in my hysterical state my grammar has FLOWN out the window!“ Offenbar wird die Serie zum großen Teil improvisiert, was sehr gut funktioniert. Lustig und empfehlenswert.

27
Jan
10

Filme: Historias Minimas (2002)

Historias Minimas

Historias Minimas

Historias Minimas [imdb.com] ist eine Art melancholisches Road Movie, das in Argentinien spielt. Anfangs mußte ich an The Straight Story [imdb] denken, den David Lynch Film von 1999. Die Ähnlichkeiten sind offensichtlich. Beide Filme sind etwas langatmig aber auch irgendwie schön und handeln von einem alten Mann, der nicht mehr Autofahren kann und sich trotzdem auf die Reise macht, die ihm niemand zutraut.

Während sich die Hauptfigur von The Straight Story mit dem Rasenmäher auf den Weg macht, geht der Held aus Historias Minimas zu Fuß los und wird ab und an mit dem Auto mitgenommen. Unterwegs trifft er verschiedene Leute, mit denen er sich austauscht, und auch deren Leben wird etwas erzählt. Auf jeden Fall ist der Film nett gemacht und wurde mit Preisen überhäuft und man kann ihn sich durchaus ansehen.

Interessanterweise wird der greise Hauptdarsteller, Antonio Benedicti, bei der IMDB lediglich in diesem einen Film als Schauspieler aufgelistet. Das liegt laut Wikipedia daran, daß der Regisseur bewußt Laiendarsteller eingesetzt hat. Respekt – mir wäre das nicht aufgefallen.

13
Jan
10

Filme: Yes Man (2008)

Um es gleich vorwegzunehmen, es gibt zwei Filme mit ähnlichem Titel, nämlich Yes Man mit Jim Carrey und Zooey Deschanel, den ich hier kurz besprechen will, und The Yes Men von 2003, einen Dokumentarfilm in dem ein paar politische Aktivisten bei der Welthandelsorganisation aufmarschieren und allerlei Schabernack treiben (wenn ich mich recht erinnere).

Yes Man hat, wie erwähnt, den offensichtlichen Vorteil, daß Zooey Deschanel darin mitspielt, was ja an sich schon ein gutes Zeichen ist. Ich mochte sie schon in Eulogy und in Weeds und neulich auch im sehr tollen (500) Days Of Summer.

Es geht in Yes Man um einen Mann namens Carl (Jim Carrey), der sich entschließt, nicht mehr so negativ und ablehnend zu sein, sondern im Gegenteil einfach zu allem Ja zu sagen. Kein schlechtes Konzept!

[Yes Man - Harry-Potter-Party]

Das passiert, wenn man zur Harry-Potter-Party "Ja" sagt.

Der Film ist zwar schon an manchen Stellen ziemlich albern, aber meistens ist er angenehm lustig und Jim Carrey ist darin auch nicht so nervtötend wie in seinen frühen Filmen, sondern eher nett und sympathisch, wie in Eternal Sunshine Of The Spotless Mind. Daher kann ich den Film durchaus empfehlen. Und tue dies hiermit!

16
Nov
09

Filme: Die nackte Wahrheit

[Katherine Heigl and Gerard Butler]

Damit mein deutsches Blog nicht gänzlich verkümmert, wil ich es demnächst gehäuft dazu verwenden, um meinen Sempf Senf zu diversen Filmen abzugeben. Fangen wir also mit einem Film an, den ich vor einigen Wochen im Kino gesehen habe, nachdem Oben noch nicht in 3D lief.

Die nackte Wahrheit ist eine dumme romantische Komödie mit Katherine Heigl und Gerard Butler, in der kein albernes Klischee ausgelassen wird. Die männliche Hauptfigur erklärt als Tatsache, daß Männer oberflächlich sind und sich einen Dreck um innere Werte scheren – und wirft dann am Ende Katherines Figur vor, sie sei so oberflächlich und ihr wären nur Geld und gutes Aussehen wichtig. Sehr unschlüssig. Die Charaktere waren ziemlich nervig und Überraschungen gab es bei dem Film auch keine.

Die Katherine Heigl hat sich angeblich mal beschwert, daß ihre Handlung in Grey’s Anatomy so doof wäre. Wieso sie dann in so einem Film mitspielt, ist mir schleierhaft.

16
Dez
07

Abbitte (Atonement)

Gestern war ich im Kino und habe Abbitte angeschaut. Ein Film mit Keira Knightley und James McAvoy.

Das Kino, in dem ich es geschaut habe, ist ja nun nicht so genial. Neben einem manchmal etwas krachenden Lautsprecher gab es auch ab und zu eine fette gelbe Linie, die sich durch das Bild gezogen hat. Sie hatten zwar ein Schild am Eingang, daß der Film „scratches“ hat, aber da stellt man sich ja eigentlich etwas anderes vor. Außerdem haben sie trotz der Beeinträchtigung noch den vollen Preis verlangt. Und dann war der Film auch noch teilweise unscharf…

Ich denke, hätte man den Film in richtig guter, ja, „Kino-Qualität“ gesehen, dann wäre er vermutlich beeindruckender gewesen. Einige der Ideen im Film fand ich ziemlich gut, so z.B. eine Szene mal aus zwei Blickwinkeln zu sehen, die Szenenübergänge in der ersten halben Stunde waren ziemlich genial und auch sonst hatte der Film visuell einiges zu bieten. Allerdings war die Geschichte selbst dann nicht ganz so super beeindruckend, und ich bin generell kein Fan von dem ganzen „Vier Jahre später“-, „Drei Monate früher“-Rumgehopse. Wenn es schon wirklich nötig ist, in so einen Film eine Zeitsprung einzubauen, dann bitte origineller als mit so einem Untertitel.

Alles in allem kann man sich den Film schon ansehen, aber man sollte nicht den besten Film des Jahres erwarten. :)

22
Sep
07

Jackie Brown

Jackie BrownDer von allen Seiten überschätzte Quentin Tarantino hat eigentlich nur einen richtig guten Film gemacht, nämlich Jackie Brown. Der ist allerdings ein Meinsterwerk geworden.

Die wunderbare Pam Grier spielt darin eine alternde Stewardess, die beim Schmuggeln von Geld erwischt wird. Die Polizei will ihren Auftraggeber, der Auftraggeber will sein Geld, und Jackie Brown würde am Liebsten selbst mit dem Zaster abhauen.

Im Gegensatz zu Kill Bill (urgs) und Pulp Ficiton (von dem ich nur die Szenen mit Uma Thurman gut fand), steht in diesem Film wirklich die Geschichte im Vordergrund, die spannend und clever ist. Außerdem ist es eine wahre Freude, Pam Grier und Robert Forster zuzusehen, die für ihre schauspielerischen Fähigkeiten auf jeden Fall einen Oscar verdient hätten (aber nicht bekommen haben). Die Musik im Film ist auch toll gewählt und sehr schön.

Jackie Brown basiert übrigens auf dem Buch Rum Punch von Elmore Leonard, das sich auch noch zu lesen lohnt, wenn man den Film schon kennt.

Jackie Brown gibt es bei Amazon.de für 17,95 EUR und bei eBay sicherlich wesentlich billiger.