Archiv für Oktober 2010

17
Okt
10

Oz: Byron Bay, Nimbin und viel Regen

Nach dem Spot X hat uns unsere Reise weiter zu Byron Bay geführt. Byron Bay ist eine kleine Surferstadt in der es nicht viel gibt außer Strand und einem Leuchtturm. Leider hat das Wetter nicht mitgespielt und es war windig und regnerisch. So hatten wir nicht wirklich Lust aufs Surfen, wollten auch keine $65 ausgeben, um im Regen für drei Stunden mit Delphinen Kayak zu fahren.

Eigentlich wollten wir eine „Knowledge Tour“ im Umkreis machen, die sehr interessant klang, mit Boomerang-Werfen, vielen Wasserfällen, vielen Informationen. Leider war der Flyer veraltet und die Tour gibt es gar nicht mehr. Allerdings wurde uns von verschiedenen Seiten empfohlen, doch das schöne Hippiestädtchen Nimbin zu besuchen, also haben wir eine „Grashopper“-Tour dahin gebucht für $45. Nimbin war sehr enttäuschend. Was uns die Leute nicht gesagt haben war, daß Nimbin besonders dafür berühmt ist, daß die Polizei da offenbar den Cannabisverkauf und Konsum toleriert. Also gehen die ganzen Touristen dorthin, kaufen sich etwas Gras oder angereicherte Cookies, und vermutlich sind sie danach so zufrieden mit sich und der Welt, daß sie den Ausflug als toll in Erinnerung haben. Für Leute wie mich, die kein Gras rauchen und keine angereicherten Cookies essen, war Nimbin so nur bedingt interessant, da es dort nur eine Straße gibt. Es gibt ein Museum, das zumindest mal was anderes war, und ich habe die Nutzpflanze Hanf unterstützt, indem ich mir ein kleines Hanfarmbändchen gekauft habe. Außerdem haben wir $6 herausgeschwendet, um ein paar Macademianüsse in Schokolade zu kaufen.

Das Beste an der Tour war der Halt vor Nimbin, als wir bei einer Bar waren, wo es einen riesigen Korb Macademianüsse gab, die man nach belieben knacken und naschen durfte. Nach dem Halt in Nimbin ging es noch zu einem Damm, es gab ein Barbecue mit Hamburgern und Würstchen auf ungetoastetem Toastbrot und dann ging’s noch zu einem Wasserfall für etwa 20 Minuten. Alles in allem also keine Tour, die ich empfehlen würde. Außerdem habe ich danach herausgefunden, daß die „Happy Coach“-Tour nur $25 gekostet hätte.

Ansonsten hat es in Byron Bay also ständig geregnet, auch als wir zum Leuchtturm sind. Wir haben von da oben allerdings ein paar Delphine erspät, das war schön. Dann haben wir beschlossen, da wir eh naß werden, nutzen wir doch mal unsere neue Tauchlizenz (naß werden wir eh) und tauchen bei den Julian Rocks, einer der 10 tollsten Tauchstellen in ganz Australien. Da gibt es viele viele Fische, sogar die Sandtigerhaie, die gruselig aussehen aber nix machen, und was war? Wegen schlechten Wetters abgesagt. Doof.

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13
Okt
10

Oz: Surfen am Spot X

Neulich waren wir also am Spot X in der Nähe von Woolgoolga, mit der Absicht, dort das Surfen zu lernen. Man kommt mit dem Greyhound Bus nach Woolgoolga und wird dort abgeholt und zum Surfcamp gebracht, das war alles recht problemlos. Allerdings hatte es viel geregnet und die Wetterbedingungen waren nicht ideal.

Normalerweise fließt ein kleiner Fluß beim Surfcamp ins Meer und alles ist recht beschaulich. An diesem Tag floß allerdings ein reißender Strom ins Meer, der noch dazu lauter Steine in seinem Flußlauf verteilt hatte. Wir bekamen also zwei riesige, schwere Surfbretter, die wir alleine gar nicht richtig tragen konnten, und mußten dann mit diesen durch den Fluß laufen, um auf eine Sandbank zu kommen. Meine Schwester hat sich erstmal ihren Zeh aufgeschnitten, und ich bin ständig umgefallen und ausgerutscht und meine Füße haben dann auch ganz schön wehgetan.

Dann mußten wir also ein paar Aufwärmübungen machen und als ich dachte, jetzt kriegen wir erklärt, wie man so ein Surfbrett verwendet und welche Wellen man sich aussucht und wie man dann weiter vorgeht, fragte der Surflehrer nur, wie wir normalerweise auf dem Brett aufstehen. Ich hatte natürlich keine Ahnung, wie sowas geht, er hat es dann ganz kurz mal gezeigt und die ganze Gruppe (10 Leute) dann ab ins Wasser geschickt.

Ich war also völlig ahnungslos und der Spaß endete damit, daß ich vollkommen frustriert von irgendeiner Strömung zu irgendwelchen Steinen gespült wurde, wobei sich bei jedem Schritt ein anderer Stein in meine Füßchen gebohrt hat. Der Surflehrer hat dann gerufen, daß ich wieder an Land soll, und ich hab mich ordentlich geärgert, da ich ja selbst nichts lieber wollte, aber die Wellen wollten nicht so wie ich. Er hat mich dann sozusagen abgeholt und mein Surfbrett getragen und ich habe ihn gefragt, ob er überhaut weiß, daß ich das noch nie gemacht habe und habe mich beschwert, daß er mir’s auch nicht richtig zeigt. Er hat dann gemeint, daß es einfach keine guten Wetterverhältnisse sind und es wäre ja alles besser, wenn das Wetter nur besser wäre. Nunja, er hat dann eine Stelle gefunden, wo der Boden tatsächlich sandig war und ich habe mich etwas mit den Wellen herumgeschlagen. Besonders gut war ich nicht, aber wenn das Brett dann doch mal etwas Gas gegeben hat, war es schon lustig.

Am zweiten Tag hatten wir noch eine Surfstunde und diesmal waren wir etwa 35 Leute und es gab etwa 5 Surflehrer. Als einer gerade etwas erklärt hat darüber, wie man aufsteht wenn man mal eine Welle erwischt hat, haben die anderen 4 sich nur unterhalten statt daß mal einer schaut, ob man es auch richtig macht. Das fand ich dann auch doof. Im Wasser haben sich die Surflehrer dann auch nicht wirklich gekümmert, nur einer hat mich ein paar Mal angeschubst, und ein anderer hat sich den Belag angeschaut, der schon von Anfang an von meinem Brett abgestanden war und meinte, „Wenn das Surfen heute nicht richtig klappt, dann liegt es daran, daß Dein Surfbrett ein Problem hat. Nächstes Mal geben wir Dir ein besseres Brett.“ Ich habe ihm dann gesagt, daß es meine letzte Surfstunde ist, worauf er dann auch nichts mehr zu sagen wußte. Man muß sich aber schon fragen, wieso sie überhaupt so schlechte Surfbretter haben. Ganz zu schweigen von ihren löchrigen Wet Suits.

Das Beste am Spot X war zweifelsohne das Essen. Davon gab es reichlich und es war auch sehr lecker. Zum Frühstück Speck, Ei, Toast, gebackene Bohnen, mittags und abends auch immer eine reiche Auswahl verschiedener Sachen, einmal gab’s einen „apple crumble“ von dem ich so viel gegessen hab, daß ich mich den Rest des Abends kaum mehr bewegen konnte. (Eventuell lag es aber auch an dem schlimmen Muskelkater, den ich vom Surfbrettschleppen hatte.)

Alles in allem ist der Spot X vermutlich schon toll für Leute, die gerne mit Surfertypen rumhängen und schon Grundkenntnisse im Surfen haben. Für Anfänger kann ich ihn aber nicht empfehlen.

Hier sind noch einige Fotos.