Archiv für Juli 2010

31
Jul
10

Oz: Perth nach Exmouth

Um den Westen Australiens zu erkunden, haben wir bei Adventure Tours (bzw. Western Xposure) eine 21-tägige Reise gebucht, die uns von Perth nach Darwin bringen sollte. Die letzten 9 Tage wechselte allerdings der Reiseleiter und zum Teil auch die Gruppe, aber dazu später mehr.

Von Perth aus ging es erstmal zur Pinnacles Desert, seltsamen Gesteinsformationen, durch die man etwas herumwandern kann. Wir sind also etwas herumgewandert und haben viele Fotos gemacht, dann hat unser Reiseleiter – Sasha – uns zu einer großen Sanddüne gefahren und Sandboarding war angesagt. Ich habe ja schon auf Kangaroo Island mal mein Glück im Sandboarding versucht, da war allerdings der Sand feucht und es ging daher ziemlich schwierig. Diesmal war der Sand gut und wir sind die Dünen heruntergebraust, daß es einem ganz anders geworden ist im Magen. Ich bin trotzdem mal vom Sandboard gepurzelt und hatte anschließend überall Sand – in der Jackentasche, in der Hosentasche, im Ohr… Lustig war es aber.

Vor Sonnenuntergang haben wir dann noch den „Leaning Tree“ angeschaut, einen Eukalyptus, der von den starken Südwinden ständig angeblasen wird, so daß er gar nicht mehr aufrecht steht.

Am nächsten Tag ging’s dann zum Murchison Gorge. Es war viel Klettern angesagt, aber die Landschaft war toll, und ebenfalls an diesem Tag haben wir Nature’s Window gesehen, eine Gesteinsformation, die wie ein Tor oder eben ein Fenster aussieht. Auch der Weg dorthin ist toll und man hat eine tolle Aussicht.

Am Abend waren wir bei Shark Bay und haben erst etwas Zeit am Shell Beach verbracht, einem beeindruckenden Strand, der ganz aus
zerkleinerten Muscheln besteht, und als der Sonnenuntergang dann in vollem Gang war, sind wir noch etwas weiter zu einer Aussichtsstelle gefahren und uns von dort aus das Spektakel angeschaut. Das war wirklich ein beeindruckender Sonnenuntergang. Wie beeindruckend? So
beeindruckend, daß ich 86 Fotos davon gemacht habe. Anschließend haben wir zum Abendessen einen Wein getrunken (einen Sacred Hill rosé), und ich lag dann schon im Bett, als Deutschland gegen Argentinien im Fußball gewonnen hat, und irgendwann bin ich nachts aufgewacht und war desorientiert und dachte kurz, ich wäre daheim in Deutschland. Aber dann ist mir aufgefallen, daß ich zu Hause kein Stockwerksbett habe, und normalerweise auch keine anderen vier Leute in meiner Umgebung schlafen.

An Tag 3 ging’s nach Monkey Mia zur Delphinfütterung. Da werden Delphine im Meer gefüttert und man kann zuschauen und es sind viele Leute da und eigentlich sieht man nur die Flossen der Delphine. Wenn man ganz viel
Glück hat, darf man einem Delphin einen Fisch geben, aber ich war viel zu weit weg und so fand ich das ganze nicht besonders aufregend.

Aufregender fand ich da schon die Stromatoliten, auch wenn das im Prinzip nur komische krustige Brocken sind, die aus dem Wasser ragen. Aber das Faszinierende daran ist, daß es sie schon seit zwei Milliarden Jahren gibt. Zwei Milliarden! Und nicht nur das, es gäbe auch keine Menschen heute, wenn’s die Stromatoliten nicht gäbe, weil die nämlich den ganzen Sauerstoff gemacht haben, den wir zum Atmen brauchen. Alles in allem kann man die Stromatoliten also nur gernhaben.

Anschließend ging’s dann nach Coral Bay, wo wir am nächsten Tag diverse optionale Aktivitäten machen konnten. Meine Schwester und ich haben uns für eine Fahrt im Glasbodenboot über das Ningaloo Riff entschieden, was sich als sehr gute Wahl herausgestellt hat. Es war ja allein schon beeindruckend, wie gut man die Korallen durch den Glasboden gesehen hat, aber an zwei Stellen konnte man dann auch noch ins Wasser zum Schnorcheln, was wir trotz der Kälte auch gewagt haben. Schnorcheln ist toll. Am Anfang war es schon seltsam, durch den Mund atmen zu müssen, aber daran habe ich mich schnell gewöhnt und war vollends fasziniert von den Korallen und den Fischen. Der erste Fleck zum Schnorcheln hatte viele tolle Korallen, am anderen Fleck gab es keine Korallen aber dafür viele große Fische.

Nach dem Mittagessen waren wir dann noch so etwas am Strand gesessen und haben uns gut mit einer Kolumbianischen und einer Kanadischen Mitreisenden unterhalten, bis es dann am Nachmittag weiter nach Exmouth ging.

In Exmouth hätte man noch einige andere Aktivitäten extra bezahlen können, und erstaunlich viele aus der Gruppe haben nochmal $350 hingeblättert, um mit den „whale sharks“ zu schwimmen. Ich bin dazu aber eine zu große Filzlaus und es war auch bisher noch nie mein Traum, mit solchen Fischen herumzuschwimmen. So sind wir dann einfach so am Ningaloo Riff geschnorchelt, und es war auch so toll. Einmal habe ich einen Stingray auf dem Boden gesehen und bin natürlich schnellstens in die andere Richtung weggeschwommen, und auch sonst bin ich einfach ein paar Fischen hinterhergeschwommen und habe zugeschaut, wie sie die Korallen angeknuspert haben. Am liebsten wäre ich ins Korallenriff eingezogen, so viel Spaß hat es gemacht, da herumzuschwimmen. Das Ningaloo Riff hat ja gegenüber z.B. dem Great Barrier Reef den Vorteil, daß es direkt am Strand anfängt und man nicht erst mit einem Boot weit hinausfahren muß, um hinzukommen.
Die ganzen Leute aus unserer Gruppe, die die $350 ausgegeben hatten, haben es übrigens alle nicht bereut sondern haben geschwärmt, wie toll alles war. Nicht nur die „whale sharks“, sondern auch die „manta rays“ wären so toll gewesen, und Schildkröten hätten sie gesehen, und alles war viel besser, als sie je gedacht hätten.

Nach Exmouth sind wir dann in den Karijini Nationalpark gefahren. Dazu bald mehr in einem weiteren Eintrag.

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29
Jul
10

Oz: Perth nach Albany

Liebe Blogleser,
wie ihr sicher alle gemerkt habt, war ich geraume Zeit abwesend. Ich habe ja aus Broome ein kurzes Update geschickt, aber es gibt natürlich viel zu erzählen. Anfangen will ich mit der Fahrt von Perth nach Albany Ende Juni.

Unsere Reiseleiterin von Perth nach Albany war sehr nett, Kate hieß sie, und nach einem kurzen Halt im Tuart Forest (wo es 30 Meter hohe Bäume gibt) ging’s ab nach Busselton, das für seine lange Jetty, also sein langes Pier bekannt ist. Dummerweise wurde die Jetty gerade repariert, was angeblich $24 Millionen kostet und 18 Monate dauert. Wir konnten die Jetty daher nur bis zum Souvenirladen betreten, aber immerhin.

Anschließend ging’s zu den Ngilgi Caves, ziemlich beeindruckenden Tropfsteinhöhlen, von denen ich sehr viele sehr schlechte Fotos gemacht habe. Meine Schwester und ich haben uns alles angeschaut und plötzlich bemerkt, daß der Rest unserer Gruppe verschwunden war. Offenbar hatten sie gedacht, wir müßten uns in der Höhle beeilen. Da ist ihnen schon was entgangen.

Vielleicht hat sich die Gruppe auch nur so auf den nächsten Halt gefreut, das „Wine Tasting“ bei Evans & Tate. Das ist schon eine feine Sache, so eine Weinprobe. Richtig gut war der Muscato und Catching Thieves, und gelernt habe ich dabei, daß ein Wein, der „heavy“ ist, ziemlich eklig ist. „heavy“ und „complex“ = bäh.

Anschließend ging’s in die Schokoladenfabrik, aber da war alles teuer und so haben wir nur etwas von den kostenlosen Proben genascht, bevor wir wieder weggefahren sind.

Der nächste Halt war dann der Margaret River. Selten habe ich so einen unspektakulären Fluß gesehen. Mir fallen gar keine Adjektive dazu ein.

Am nächsten Morgen haben wir uns einen ebenfalls unspektakulären Sonnenaufgang bei Nieselregen bei Cape Leeuwin angeschaut und sind dann zum Bicentennial Tree gefahren, einem 75 Meter hohen Baum. Er hat Eisenstangen in seinem Stamm, und wenn man unerschrocken ist, kann man hinaufklettern – was ich selbstverständlich gemacht habe. Früher hat man vom Baum aus Ausschau gehalten, ob irgendwo ein Buschfeuer ist. Als wir wieder unten waren, habe ich ziemlich bald einen ordentlichen Muskelkater im Bein gekriegt. Trotzdem waren der Baum und seine Besteigung für mich ein Highlight.

Anschließend ging’s noch zu einem Tree Top Walk und wir haben uns noch mehr alte, beeindruckende Bäume angeschaut. Manche hatten Stämme, die zum Teil durch Feuer oder ähnliches ausgehöhlt waren.

An diesem Tag waren wir dann auch am William Bay National Park, wo’s einen idyllischen Felsenstrand gibt und die Elephant Rocks, die sehr entfernt ausschauen wie eine Gruppe Elefanten. Dann ging’s zum Turndirrup Nationalpark, wo ich im Wasser einen Wal erspäht habe. Ich habe auch ein schlechtes Beweisfoto. Erst habe ich nur die Flosse gesehen und als ich aufgeregt allen davon erzählt habe, meinten die, „Naja, vielleicht war’s nur ein Fisch oder so.“ Aber der liebe Wal hat sich netterweise doch nochmal blicken lassen.

Am nächsten Tag haben wir uns bei Albany ein Kriegsdenkmal und den Sonnenaufgang angeschaut. Es war ein bewölkter aber schöner Tag, zumindest war es trocken, und nach einem Spaziergang am Meer (Ellen Cove Walk) ging’s zur Sandalwood Factory, wo wir viel über Sandelholz gelernt haben. Zum Beispiel, daß es in Australien angebaut wird und ziemlich wertvoll ist. Besonders das Öl daraus.

Zum Mittagessen ging’s dann zum Castle Rock Estate zu einer weiteren Weinprobe und Thunfischsandwiches, und dann war die Reise auch schon fast wieder vorrüber. Dann stand nur noch die Fahrt nach Perth bevor, die den halben Tag gedauert hat, wobei ich neben unserem Fahrer Tony auf dem Beifahrersitz saß und mich lange und gut unterhalten habe und mir diverse Witze habe erzählen lassen.

In Perth waren wir dann wieder im Hostel „Witch’s Hat“ untergebracht waren und uns seelisch auf die 21-tägige Tour nach Darwin vorbereiten konnten. Dazu bald mehr!

Alles in allem, auch wenn mein Bericht vermutlich etwas langweilig klingt, war es eine wirklich schöne Reise und die Mitreisenden waren nett und wir haben uns gut amüsiert.

13
Jul
10

Oz: Von Perth nach Broome

Hier ein kurzes, schnelles Update aus Broome, wo wir zwei freie Tage haben, bevor unsere 21tägige Tour weitergeht. Wir haben es von Perth bis nach Broome geschafft und die Tour war wirklich sehr sehr angenehm. Die Tour des Südwestens (Perth – Albany) hat mir ja schon gut gefallen, aber auch diesmal hatten wir Glück und hatten eine nette Reisegruppe und einen netten Reiseleiter. Etwas verplant war er manchmal, aber eigentlich ganz nett.
Das Highlight für mich war es, im Ningaloo Riff zu Schnorcheln. Toll, die Korallen zu sehen und darüber zu schweben und den kleinen Fischen zuzuschauen. Ich hätte nicht gedacht, daß das so viel Spaß macht, aber ich habe es sehr genossen und freue mich jetzt schon darauf, später im Jahr auch noch das Great Barrier Reef zu erkunden.
Außerdem haben wir eine Fahrt auf einem Glasbodenboot gemacht, die auch toll war, haben eine Delphinfütterung angeschaut und sind im Karijini Nationalpark herumgelaufen und -geschwommen.
Dreimal mußten wir im Swag im Zelt schlafen, und an zwei Nächten habe ich dabei ordentlich gefroren, aber sonst war die Unterbringung immer gut und warm. Hier in Broome ist es sowieso sehr heiß und man schwitzt viel.
Morgen wollen wir die Wäsche waschen und den Tag am Strand mit Nichtstun verbringen, bevor es dann ins letzte Drittel unserer Tour bis nach Darwin geht. Man darf gespannt sein, was uns erwartet!