Archiv für Oktober 2007

19
Okt
07

U-Bahn Bücher #3

Noch mehr Bücher aus der U-Bahn:

* Die Mitte der Welt von Andreas Steinhöfel

* Toxic. Der Biss – Das Feuer – Die Hölle von Mark T. Sullivan

* Glennkill. Ein Schafskrimi von Leonie Swann

* Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv. Eine Vermessung von Harald Schmidt

Einmal habe ich jemanden in der U-Bahn in Berlin gesehen, und er hat ein Buch gelesen, das ich auch gelesen hatte, nämlich

* Drehbuchschreiben für Fernsehen und Film von Syd Field (et al)

Ich hielt das für einen großen Zufall, denn er mußte ja:

1. das gleiche Buch lesen
2. es in der U-Bahn lesen
3. in der U-Bahn in die gleiche Richtung fahren und
4. zur gleichen Zeit und
5. im gleichen Wagon

Andererseits ist Berlin ja wichtig für die Filmindustrie, und wenn er da an der Filmhochschule studiert ist es nicht so ungewöhnlich, daß er ein Buch über das Drehbuchschreiben liest. Trotzdem ist es mir positiv aufgefallen und ich habe es mir bis jetzt gemerkt.

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17
Okt
07

Anosmie, Teil 2

Nachdem ich nun seit fünf Tagen keinen Geruchssinn habe (und somit fast nichts schmecken kann), möchte ich mal meine Theorien zu den Ursachen erläutern.

Die erste Theorie ist die wahrscheinlichste: Da ich einen starken Schnupfen hatte und noch immer eine verstopfte Nase habe ist es naheliegend, daß meine verstopften Nebenhölen Auslöser meiner Anosmie sind. Schließlich kann man auch oft nachlesen, daß Erkältungen sich auf den Geruchssinn auswirken. (Obwohl es bei mir das erste Mal ist, und ich war schon sehr oft erkältet.)

Die zweite Theorie ist nicht so wahrscheinlich, dafür aber interessanter: Ich habe ja schon beschrieben, daß ich mir Kleenex Balsam gekauft habe. Während die wirklich die Haut vor dem Austrocknen schützen, fühlt die sich dabei irgendwie seltsam an, als ob sie zugekleistert würde. Theorie zwei ist somit, daß mir die Kleenex Balsam meine Nase mit Kleister versiegelt haben, was auch durch einen Testbericht von dooyoo.de unterstützt würde.

Die dritte, abwegigste und vorerst letzte Theorie ist, daß sich meine Nase gegen die unangenehmen Gerüche ihrer Umgebung wehrt. Unterstützt wird sie lediglich von meiner Phantasie. :)

16
Okt
07

Anosmie: Riechst Du das?

Neulich ging ich hier durch die Straßen und dachte mir, daß ich in einer Stadt mit vielen negativen Geruchseindrücken wohne. Die Stadt selbst riecht irgendwie metallisch und nach Abgasen, die Rolltreppe bei der U-Bahn roch nach verkohltem Kunststoff, ständigt raucht irgendwo jemand.Im Nachhinein betrachtet frage ich mich, ob ich die Gerüche nur so stark wahrgenommen habe, weil ich eine starke Erkältung hatte und ausnahmsweise mal meine Nase frei war.

Meine Erkältung hatte hauptsächlich zur Folge, daß ich mir dauernd die Nase putzen mußte, und nachdem ich an einem Vormittag alle meine Taschentücher (immerhin zwei Packungen) verbraucht hatte, bin ich also in der Mittagspause los, um mir noch ein paar mehr zu kaufen. Und da habe ich dann die Kleenex Balsam gefunden und mir einen 9-Pack mitgenommen.

Seit Freitagabend oder vielleicht auch erst seit Samstagmorgen kann ich nun gar nichts mehr riechen und in der Folge auch gar nichts mehr schmecken, bzw. um genau zu sein kann ich glaube ich noch zwischen süß, sauer und salzig unterscheiden, was zwar nach viel klingt, aber nicht viel ist. Wenn man das nicht selbst erlebt hat, dann macht man sich da keine Vorstellung davon. Man denkt sich vielleicht, man schmeckt eben einfach nicht mehr so gut, aber die Zunge ist ja so komplex mit ihren Papillen und was nicht noch alles, da schmeckt man dann auch ohne Nase. Aber dem ist nicht so.

Freitag bin ich nachts aufgewacht und mußte husten und mein Hals tat weh, also bin ich im Halbfschlaf zu meinen Fischerman’s Friends gestolpert und habe eines gegessen. Am nächsten Morgen bin ich mit einem sehr ekligen Geschmack auf der Zunge aufgewacht, aber an andere Geschmäcker kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich weiß noch, daß ich Tee gekocht habe und mir dann dachte, daß er offenbar nicht lange genug gezogen hat. Mein Bruder fand ihn aber ganz normal. Die Bratkartoffeln mit Spiegelei haben dann auch nach nichts geschmeckt. Das Mineralwasser mit Zitrone schmeckte nicht nach Zitrone, und mein Bananennektar, den mein Bruder gleich nach dem Öffnen mit „Ja, er riecht nach Banane“ kommentierte, hätte für mich auch Kirschnektar sein können, ich hätte den Unterschied vermutlich nicht festgestellt.

Es ist einerseits schon faszinierend, wenn einem bewußt wird, wie angenehm es ist, riechen und schmecken zu können, indem einem mal für ein paar Tage der Geruchssinn genommen wird. Andererseits ist es aber nach drei Tagen auch etwas beunruhigend. Ich habe das Problem gestern ausführlich gegoogelt und habe dazu ein Anosmie-Forum gefunden. Anosmie „bezeichnet das vollständige Fehlen des Geruchssinns oder den Verlust des Geruchssinns (Riechverlust)“ (vgl. Wikipedia).

In dem Forum schreiben viele, daß sie ihren Geruchssinn nach einem Schädelbruch verloren haben, oder wenn sie sonst wie auf den Hinterkopf gefallen sind. Einige schreiben, daß sie von Geburt an Anosmie haben, und es erst später entdeckt haben, z.B. wenn sie sich gewundert haben, daß für ihre Geschwister das Essen „gut riecht“, obwohl sie das Essen nicht sehen können, wo sie selbst doch „gut riechen“ immer mit der Art, wie das Essen aussieht in Verbindung gebracht haben. Einige haben auch geschrieben, daß sie bei einer Grippe ihren Geruchssinn verloren haben und er auch nach Monaten nicht mehr zurückgekommen ist.

Ich bin wohl leicht hypochondrisch veranlagt, aber ich mache mir inzwischen schon ein wenig Sorgen,  daß das was längeres werden könnte, da ich auch heute morgen das Menthol in meiner Zahnpasta und die Früchte in meinem Duschbad nicht wahrgenommen habe. Andererseits sage ich mir, wenn ich irgendwann merke, daß meine Nase nach dem Schnupfen endlich wieder frei ist, und ich dann noch nicht wieder riechen/schmecken kann, dann kann ich mir immer noch Sorgen machen.

Über die Ursachenforschung werde ich später schreiben, aber jetzt muß ich los zur Arbeit. Ich kann mich zumindest darüber freuen, daß ich auch heute wieder weder den metallischen Stadtgeruch, noch den Geruch von Zigaretten ertragen muß. Aber mein Salami-Brötchen zum Mittagessen wird dann leider auch wieder wie Pappe schmecken.

11
Okt
07

Guybrush Threepwood

Ich stand gestern in der Arbeit vor dem Problem, daß ich so einen Stab mit dicken Schaumstoffenden benennen mußte, und ich weder im Englischen noch im Deutschen weiß, wie denn sowas heißt. Also habe ich etwas gegoogelt, und alles was mir als Beschreibung einfiel, war Riesen-Wattestäbchen (oder giant cotton swab). Dann kam ich natürlich zu lauter interessanten Seiten über Monkey Island, wie The Giant Monkey Head: A Visual History oder zu dem Giant Monkey Head aus Schnee.

Guybrush Threepwood war immer so ein sympathischer Anti-Held. Damals waren Adventure-Spiele noch lustig und originell. Ich mochte ihn im ersten Teil, und im zweiten Teil dann auch mit Bart, aber bisher habe ich immer noch nicht Teil 3 gespielt, denn die Grafik da sagt mir gar nicht zu. Für mich ist der pixelige Guybrush nämlich viel sympathischer als diese komische, aalglatte Comic-Figur aus dem dritten Teil. In 3D gerendert will ich ihn auch nicht sehen. Aber so schön pixelig, da wird sogar noch die Fantasie etwas angeregt. Das hatte noch was.

Guybrush Threepwood

Anschließend bin ich dann noch auf die Seite von Tentakelvilla.de gestoßen, wo es die schöne Musik von den LucasArts-Spielen als MP3 gibt. Da gefallen mir besonders folgende:

The Curse Of Monkey Island (hier nochmal bei Mediafire) – Die Anfangsmusik von Monkey Island.

Maniac Mansion Theme (Rock Remix) (ebenfalls nochmal bei Mediafire)

Und falls sich immer noch jemand fragt, wie so ein Riesen-Wattestäbchen auf Englisch heißt: Pugil Stick scheint hier die richtige Antwort zu sein. Die deutsche Entsprechung suche im immer noch.

10
Okt
07

Jeder mag doch Eugen Roth!

Neulich bin ich bei der Arbeit – passenderweise! – auf folgendes Gedicht von Eugen Roth gestoßen, daß ich natürlich mit meiner beeindruckend großen Leserschaft teilen möchte. Gefunden habe ich es in einem Leo Eintrag, als ich gerade etwas anderes gesucht habe. Genau, wie es das Gedicht beschreibt:

Das Hilfsbuch von Eugen Roth

 Ein Mensch, nicht wissend von „Mormone“
Schaut deshalb nach im Lexikone
Und hätt es dort auch rasch gefunden –
jedoch er weiß, nach drei, vier Stunden
Von den Mormonen keine Silbe –
Dafür fast alles von der Milbe,
von Mississippi, Mohr und Maus:
Im ganzen „M“ kennt er sich aus.
Auch was ihn sonst gekümmert nie,
Physik zum Beispiel und Chemie,
Liest er jetzt nach, es fesselt ihn:
Was ist das: Monochloramin?
„Such unter Hydrazin“, steht da.
Schon greift der Mensch zum Bande „H“
Und schlägt so eine neue Brücke
Zu ungeahntem Wissensglücke.
Jäh fällt ihm ein bei den Hormonen
Er sucht ja eigentlich: Mormonen!
Er blättert müd und überwacht:
Mann, Morpheus, Mohn und Mitternacht.
Hätt weiter noch geschmökert gern,
Kam bloß noch bis zum Morgenstern
Und da verneigte er sich tief
Noch vor dem Dichter – und – entschlief.

 

Eugen Roth hat noch viele andere schöne Gedichte geschrieben. Da gibt es einige interessant aussehenden Eugen Roth Bücher bei Amazon.de, die ich mir schon gleich für meinen ersten Gehaltsscheck vormerken kann.

09
Okt
07

U-Bahn Bücher #2

Und es geht weiter! Auch folgende Bücher wurden um mich herum in der U-Bahn gelesen:

* Die Chemie des Todes von Simon Beckett (bis gerade eben dachte ich noch, der hätte auch Warten auf Godot geschrieben. Peinlich.)

* Todeshauch von Arnaldur Indridason

* Irgendein Perry Rhodan Roman

Und weil Analía es auch so schön beschrieben hat, will ich nicht verschweigen, daß auch in „meinen“ U-Bahnen SMS verschickt wurden, zwei Männer in Anzügen haben Wirtschaftszeitungen gelesen, ein junger Mann mit viel Haargel hatte die Bild-Zeitung in der Hand, eine ältere Frau mit blondierten Haaren hat eine Zeitschrift gelesen.

Und MP3s wurden gehört, z.B. von mir (u.a. Camera Obscura und Dar Williams).

06
Okt
07

Die Arbeit stört meine Freizeit

Diese Woche habe ich eine Arbeitsstelle angetreten, sehr motiviert am Anfang der Woche, nicht mehr so motiviert gegen Ende der Woche. Zum Glück hatten wir einen Feiertag, an dem ich etwas entspannen konnte. (Ungeschickter Weise habe ich da einen Caramel Frappuccino mit Koffein getrunken, so daß ich nachts nicht einschlafen konnte und der Donnerstag sehr lang und anstrengend war.)

Die Arbeit an sich wäre wahrscheinlich schöner, wenn ich wüßte, was ich dort machen soll. Eine richtige Einführung habe ich bis jetzt noch nicht bekommen, selbst die Arbeitszeiten hatte mir niemand so direkt mitgeteilt, und auch auf wiederholtes Anfragen, was ich machen soll, weil ein sehr sehr wichtiges Programm nicht funktioniert, bekam ich keine zufriedenstellende Antwort.

Am Donnerstag gelang es mir endlich, etwas Papier zu ergattern und meine genauen Arbeitszeiten zu erfragen, die meines Erachtens aber nicht wirklich mit meinem Vertrag übereinstimmen. Am Freitag habe ich durch Zufall erfahren, daß ich ab Montag in einen anderen Raum komme.

Das Schlimmste ist ja, daß man überhaupt keine Zeit mehr hat, wenn man erstmal arbeitet. Man steht früh auf, und da macht man außer frühstücken auch nichts, und wenn man um 18:15 Uhr erst wieder daheim ist, hat man auch nicht mehr so viel Zeit, bis man ins Bett muß. Weil wenn man die ganze Nacht wach bleibt, wie man es gerne macht, dann ist das Aufstehen eine Tortur. Man hat also keine Zeit, zumal man auch noch abends etwas essen muß, und das Essen macht sich auch noch nicht von selbst.

Naja. Wenigstens bekommt man etwas Geld am Ende des Monats (so wurde es mir zumindest versprochen…), vielleicht kann ich das irgendwann in ein Hausboot anlegen, und dann kann ich mich irgendwann auf ein Meer zurückziehen, von Sushi leben, spät aufstehen und lange aufbleiben. Oder so.